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Blick in die Heizungs-Zukunft: Strom und dekarbonisierte Gase sind tragende Säulen der Wärmeversorgung in 2050

 Verfasst am 28.06.2021

Der Gebäudesektor steht für etwa 16 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland. Diesen Bereich in die Klimaneutralität zu führen, ist eine immense Herausforderung und so verpasste der Gebäudesektor jüngst die gesteckten Klimaziele für das Jahr 2020. Die von Zukunft Gas in Auftrag gegebene Studie „Klimaneutral Wohnen“ der Nymoen Strategieberatung zeigt: Im Wohngebäudebestand ist eine Reduktion der CO2-Emissionen hin zur Klimaneutralität finanzierbar möglich. Ein zentraler Hebel zur CO2-Reduzierung liegt in der Dekarbonisierung des Energieträgers Gas.

Ziel der Studie war es, die größtmögliche CO2-Einsparung unter der Randbedingung zu erreichen, dass die Eigentümer der Wohngebäude die erforderlichen Maßnahmen auch finanzieren können. Dabei sind 1.760 verschiedene Sanierungsfahrpläne für alle in Deutschland bestehenden Wohngebäudetypen entstanden.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Klimaneutralität im Wärmemarkt finanzierbar möglich ist. Den größten Anteil an der Reduktion hat dabei der Einsatz von dekarbonisierten Energieträgern. Auch im Jahr 2050 werden gasförmige Energieträger weiterhin die beliebteste Heizquelle im Wohngebäudebestand sein. Strom, als zweite Säule der Wärmeversorgung, ist vor allem im Neubau als Heizoption attraktiv. „Schon heute heizt die Hälfte der Deutschen mit Gas. 2050 werden es dann fast 60 Prozent sein. Dabei wird der heutige Energieträger Erdgas in den kommenden Jahren und Jahrzehnten sein Gesicht vollkommen verändern“, erklärt Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Gas.

So werden laut der Studie im Jahr 2050 zwei verschiedene gasförmige Energieträger zum Einsatz kommen: ein Gasmix, der zu 80 Prozent aus Biomethan und 20 Prozent aus dekarbonisierten Wasserstoff besteht und reiner Wasserstoff, der aus grünen, türkisen und blauen Wasserstoffrouten produziert wird. Kehler dazu: „Die Studie Klimaneutral Wohnen zeigt: Mit Gas geht’s! Durch den Einsatz von dekarbonisiertem Gas als zuverlässigen Energieträger gelingt eine finanzierbare Wärmewende.“ Unterstützt werde diese Wende durch technische Innovationen der Heizungsbranche: Effiziente Brennwerttechnik, die Brennstoffzelle und Geräte, die mit reinem Wasserstoff betrieben werden können. „Voraussetzung ist jedoch“, so Kehler weiter, „dass der Fokus des Regulierungsrahmens mehr auf der Einhaltung der CO2-Minderungsziele und weniger auf der Vorgabe konkreter Maßnahmen liegt. Dazu ist es notwendig, alle klimaneutralen Energieträger und deren Anwendungstechnologien als Klimaschutzlösungen im Gebäudebereich anzuerkennen und in Förderprogrammen zu berücksichtigen.“ Auch müssen jetzt die Weichen für einen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft gestellt werden, so Kehler.